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Die Krisen-Lösung: Ich-Banken

16. September, 2009 · 1 Kommentar

Ich-Bank

Wie die Krise beenden? Wie für Einkommen der privaten Haushalte sorgen? Ganz easy:

Wir werden jetzt alle ICH-Banken und borgen uns Geld bei der Zentralbank zu 0 Prozent, kaufen damit Staatsanleihen mit Renditen zwischen 2-5 Prozent und investieren den Gewinn in Konsum, Aktien und Immobilien. Das perfekte Perpetuum Mobile und keiner braucht mehr zu arbeiten…

Zeitenwende.ch, Perpetuum Mobile

Die Idee im O-Ton bei The Big Picture:

Joe Stiglitz, in an interview from Paris with Bloomberg over the weekend, noted that “if workers do not have income, it’s very hard to see how the U.S. will generate the demand that the world economy needs.”

With all due respect to a Nobelist who’s been on the right side of many of the economic debates of the last few years, I’m surprised that the obvious and simple answer to declining worker incomes in the United States escaped him: We all become banks, borrowing short from the Fed at zero interest, and lending long to the Treasury at 330-370 basis points. The profits from that trade can be invested in the stock market, so that we can all diversify our income streams.

Presto, household balance sheets repaired, and we’re off to the races again.

Sofort umsetzen, bitte… ;-)

Im übrigen ein sehr anschaulicher, einfacher, aber — wie ich finde — richtiger Gedankengang:

Sollte es zu den “Ich-Banken” komen, kann sich jeder leicht ausmalen, was passiert: Zum einen werden die langen Zinsen dramatisch sinken. Jeder — die Unternehmen oder der Staat — wird sich seinerseits auch günstig (langfristiges) Kapital besorgen können. Zum zweiten — selbstverständlich – kommt ganz schnell die Inflation (nix produzieren, Einkommen haben und konsumieren).

Passiert was anderes im real life? Prinzipiell nicht. Außer, dass diese Arbitrage (zur Zeit relativ lukrativ) nur den zugelassenen Banken zugute kommt (s. auch von heute). Was machen die Banken mit dem Gewinn? Richtig — die Manager zahlen sich Boni aus. Daher (aber natürlich nicht nur) ist es nicht unplausibel (wie in diesem Video neben dem witzigen demographischen Indikator erwähnt), dass die (Konsum-)Nachfrage der Reichen wieder erstarkt.

Außerdem werden die Banken in ihre hauseigenen Fonds investieren bzw. deren Kapitalbasis sichern (die Fonds litten ja darunter, dass viele verunsicherte Anleger Mittel abgezogen haben). Der technische Verkaufsdruck auf die Assets wird nachlassen. (Und übrigens die Reichen werden die schweren Boni auch nicht restlos verkonsumieren können, einen Teil werden sie schon anlegen).

Mit einem Wort: Der Arbitrage-Gewinn wird nicht gleich auf die Gütermärkte strömen, die Inflation dort wird nicht gleich steigen. So wird die Notenbank die Zinsen niedrig halten können und dieses Schema für längere Zeit ermöglichen.

Am Ende wäre anziehende Inflation die logische Folge, aber vorerst dürften sich die Assetpreise verteuern — wie mehrmals geschrieben (“zuerst die Börsen, dann die Wirtschaft”, oder auch hier: “Jahr der Wende”).

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