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Börsennotizbuch

Ein seriöses, aber lockeres Gespräch über die Börse
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Noch einmal: Inflation, Zinsen und Aktien

23. November, 2007 · 2 Kommentare

Ich wollte eine kurze Ergänzung zum Beitrag Inflation ist für die Aktien günstig machen. Im Blog Capmarketline (Capital Markets & Economic Analysis) wird noch einmal konstatiert:

A 3.50% T-bill yield is not attractive at all to the average investor and saver. With inflation at 3.5% on a yr/yr basis, the after tax return is negative and savings are being confiscated. For higher net worth savers, 6 month CDs at 5.10% are even a bit below breakeven.

Holding taxes aside, the real or inflation adjusted rate on the bill has fallen from a cyclical high of 3.8% down to zero since late 2005. Retirement funds have been put under increasing pressure to increase risk levels to maintain beneficiary purchasing power.

My longer run measure of inflation has been running about 3.1% this year. On this measure, short rates and shorter duration T-notes are just too low and unless inflation pressures ease, savers are going to continue to take it on the chin. With the economy slowing, consumers may be pushed to increase savings anyway, especially with a soft housing market.

Natürlich sind die Renditen der US-Bonds besonders in den mittel- und langfristigen Laufzeiten nicht attraktiv. Wie der Autor weiter im Artikel beschreibt, sind sie nach Steuern und Inflation einfach ein Verlustgeschäft.

Der weitere interessante Punkt hier ist, dass mit “langsamerer Wirtschaft” die Konsumenten – sollte es nach der ökonomischen Erfahrung (Lehrbuch?) gehen – etwas mehr sparen.

Manchmal ist das natürlich verwirrend: schwächere Konjunktur, aber höhere Ersparnisse!? Wer und wovon kann noch sparen, wenn die Wirtschaft schlecht läuft!? Allerdings ist es (die Makroökonomen korrigieren mich bitte) auf volkswirtschaftlicher Ebene nicht so untypisch: auch in Deutschland zeichneten sich die letzten Jahre (vor dem Aufschwung) mit schwacher Konjunktur, aber stark wachsenden (privaten) Ersparnissen aus.

Tendenziell dürfte dies die Zinsen noch weiter nach unten drücken… oder das Kapital merkt nach einiger Zeit, dass es sich auf ein Verlustgeschäft mit den Festverzinslichen einlässt und sucht nach Alternativen. Die Aktien können sich hier ganz schön anbieten – insbesondere wenn sie nach einer “vernünftigen” bzw. “vertretbaren” (auch im Sinne “vermarktbaren” – machen wir uns nichts vor: Wall Street hat auch ihre “Marketing-Abteilungen”) nicht teuer, sogar günstig sind.

Kategorien: Frontpage · Gesamtmarkt · Inflation · Zinsen

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2 Kommentare bis jetzt ↓

  • Bären-Alarm bei Herdentrieb • Börsennotizbuch // 26. Nov, 2007

    [...] So — ich habe Sie hingewiesen. Ich werde bestimmt bald auf die Überlegungen von Heusinger zurückkommen, zuerst aber noch ein Hinweis: Börse und Wirtschaft laufen nicht parallel. Schwache Konjunktur? Ok, möglich. Starke Börsen – nun, auch möglich (hier vielleicht etwas mehr dazu und auch eine kurze Ergänzung da). [...]

  • Nur Zeichen für eine Unterbewertung der Aktien • Börsennotizbuch // 7. Dez, 2007

    [...] Und zu guter Letzt, darf ich an meine halb-scherzhafte, halb-ernsthafte Bemerkung erinnern: [D]ie Aktien können sich hier ganz schön anbieten – insbesondere wenn sie nach einer “vernünftigen” bzw. “vertretbaren” (auch im Sinne “vermarktbaren” – machen wir uns nichts vor: Wall Street hat auch ihre “Marketing-Abteilungen”) nicht teuer, sogar günstig sind [...]

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