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Liquiditätssituation – einige Zahlen

27. Dezember, 2007 · 2 Kommentare

Aus dem Blog Capmarketline will ich hier einmal schnell “ein paar” Zeilen zur Liquiditätssituation zitieren:

Finance sector commercial paper issuance in the US has fallen from a historic peak of $2.2 tril. set in early Aug. 2007 to about $1.6 tril. currently, primarily reflecting the collapse in the asset backed segment of the market. This has shut off the yield spread funding of longer dated CDO and other types of high risk long paper. For the past six months, the broad measure of credit driven funding or liquidity has grown at a 2.0% annual rate, compared to an 8.6% AR over Half 1’07. Since the commercial paper market has not bottomed yet, we can look forward a little and say that the broad measure of liquidity ($11 tril.+) is not growing fast enough to sustain economic expansion and heavier trouble will result if liquidity growth does not improve. the matter has been made more pernicious by the fact that accelerated inflation has been gobbling up what liquidity has appeared.

Viewed yr/yr, the matter is less dire, as liquidity has risen about 6.5%. So there has been enough of a longer term tailwind to sustain the economy, but that will run down with time. With the new TAFs added in, Fed Bank lending to the banking system is around $900 bil., up roughly 6.0% yr/yr, with the vast bulk of this increase coming in recent weeks. This high powered monetary liquidity plus the cuts to the FFR% form the base of the Fed’s plan to keep the economy growing and to encourage a step-up in funding and lending by the banks. Under the best of cirumstances, this will not work overnight and it’s no small wonder the Fed has pushed the prospect of faster economic growth out until the second half of 2008.

Die Daten hier sind ziemlich komprimiert (und technisch), also wollte ich sie ohne große Abkürzung wiedergeben.

Die Liquiditätssituation hat uns in letzter Zeit ganz besonders viel beschäftigt. Eigentlich schaue ich immer sehr aufmerksam auf die Entwicklung an den Geld- und Zinsmärkten, denn ein liquider Markt und ein Niedrigzinsumfeld lassen in der Regel schwer, sehr schwer größere Schwierigkeiten für die Aktien zu.

Aber…

Die zum Teil hektischen (oder als solche wahrgenommenen) Aktionen der Fed (und einigen anderen Notenbanken), noch genug Liquidität zur Verfügung zu stellen, unterstreichen nur die Anspannung. Die oberen Zahlen versuchen nun konkreter, die Liquiditätsbedingungen zu erfassen, und – soweit ich das richtig interpretiere – werden wir wohl die gewisse Zeit abwarten müssen, bis die jüngsten Maßnahmen Wirkung zeigen. Das würde bedeuten — noch ein paar Monate (ja, Monate, leider) unter etwas zu angespannten Liquiditätsbedingungen. Auf der anderen Seite — noch ein paar Monate, in denen die US-Konjunktur, aller Wahrscheinlichkeit nach, eher negative Signale liefern wird, und die erste Berichtsaison, die uns (gewiss?) mit deutlich niedrigerem Gewinnwachstum konfrontieren wird. Und dann schließlich — Inflationszahlen, die (sollte sich keine wundersame Wende ereignen) eher hoch sein werden (bzw. etwas zu hoch, um ruhig zu schlafen).

Kein so richtig schmackhafter Cocktail, oder? Und die Insider kaufen! Also (ich will jetzt nicht die restlichen Feiertage verderben, aber..) Vorsicht, bitte! Ich denke, von Januar bis März kann es etwas wackelig werden…

PS: Jedoch, nicht vergessen — Optimismus ist langfristig die bessere Einstellung. Meine persönliche Meinung in der aktuellen Situation — auch mittelfristig. Denn für das nächste Jahr bin ich gar nicht pessimistisch eingestellt. Ich werde bald darüber schreiben und Sie bestimmt noch ermuntern können.

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