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Börsennotizbuch

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Der IWF und die Wechslewirkungen bei Währungen

15. September, 2006 · 2 Kommentare

Ein wunderbarer Beitrag von Herdentrieb: Der IWF hat sich überlebt

Nicht so viel die Überlegung, ob der IWF nicht mehr benötigt wird oder doch, sondern der interessante und passende Überblick über einige zentrale Aspekte der internationalen Devisenmärkte bilden für mich den Wert dieses Artikels.

Die Analyse der Währungsströmungen ist ziemlich entscheidend für die Entwicklung auch der Aktienmärkte. Denn die Liquidität ist der Sauerstoff für die Börse, wie Kostolany in seinen Büchern schreibt.

Vielleicht noch ein wichtiger Aspekt in dieser Diskussion: die Finanzen der Entwicklungsländer (die in der Vergangenheit häufig für Krisen sorgten) sind zur Zeit in sehr guter Verfassung. Sie würden sogar als Kapitalgeber agieren. Kein Wunder, dass auf den langen Zinsen solch ein Druck (nach unten) ausgeübt wird.

Kann man nicht laienhaft sagen: viel Geld, zu günstigen Konditionen, steht großen Menschenmassen (Entwicklungsländern) gegenüber, die enorme Produktivitätsfortschritte dank einfacher Implementierung westlicher Technologie erfahren (können)? Das riecht ein bisschen nach einem globalen Wirtschaftsboom für die nächsten Jahren (oder sogar Jahrzehnten).
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Kategorien: Allgemein · Analysen · Gesamtmarkt · Rohstoffe · Währungen · Zinsen

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2 Kommentare bis jetzt ↓

  • Dieter Wermuth // 18. Sep, 2006

    Die Geldbasis der Welt steigt infolge dieser massiven Interventionen zugunsten des Dollars seit fast 5 Jahren um etwa 15% jährlich, es fehlt in der Tat nicht an Liquidität. Das ändert sich erst dann, wenn China aufhört, Dollars zu kaufen. Das Land bewegt sich vorsichtig in die Richtung. DW

  • Saviano // 18. Sep, 2006

    Das Wohl und Wehe der US-Wirtschaft, und folglich des Dollars, hängt (sicherlich) nicht davon ab, ob China sich entscheidet Dollars aufzukaufen oder nicht, um seine Währung auf ein bestimmtes Niveau zu halten.

    Sicherlich trägt China viel bei, die langen US-Zinsen niedrig zu halten. Vielleicht niedriger als gerechtfertigt. Sollte aber das Zinsniveau am langen Ende jedoch steigen (weil China nicht mehr interveniert), müssen die Vermögenswerte einer Neubewertung unterzogen werden. Nur welche Werte werden stark fallen?

    Die massiven Liquiditätsspritzen haben, keine Frage, enorm auf dem Weg aus der Rezession und vor allem aus der dramatischen Baisse 2000-2003 mitgewirkt. Diesen Weg haben “wir” auch noch recht glänzend gemeistert – diejenigen, die eine neue Depression a la 30er Jahre vorhersahen (und diese Stimmen wurden immer lauter je tiefer die Aktien fielen) müssen ziemlich enttäuscht sein. Nichts dergleichen ist passiert.

    Es besteht die berechtigte Frage, wie sich die sehr expansive Geldpolitik nun (Jahre später) auswirken wird. Sind neue Blasen entstanden?

    Die Geldbasis ist also um jährlich 15% gestiegen – und wie ist die “Vermögensbasis” gestiegen? Klar, ich stricke mir jetzt Worte zusammen – wie ist das gestiegen, was eine Bewertung in Geld erfährt? Die Gewinne sind auch gut zweistellig gestiegen, nominell wachsen die USA mit über 6-7%, China alleine produziert unglaubliche Wachstumsraten (und die chinesische Volkswirtschaft ist auch nicht mehr die kleinste…). Und vielleicht gibt es, wie angedeutet, “weiche Größen” wie Produktionspotenzial, erschlossen durch die immer mehr um sich greifenden Marktwirtschaft und, ja, und Demokratie… (Und ein politisches Bonus, wie verrückt das auch in diesen Zeiten klingen mag, die für die meisten eher durch die politischen Gefahren und Unsicherheiten gekennzeichnet sind, wäre für mich auch nicht verkehrt).

    Dies mag relativieren, aber trotzdem gibt es (oder gab es?) zu viel an Liquidität. Daher eine weitere Verknappung wird den Finanzmärkten sehr wahrscheinlich zusetzen. Aber gefährlich ist an den Börsen, wenn sich stärkere inflationäre Tendenzen in den Papier-Preisen bilden. Sehen wir so was? Und wo?

    Inflationäre Tendenzen sind etwa bei den Rohstoffen, zum Teil bei den Emerging Markets (obwohl wir da auch vielerorts gehörig Luft ausgelassen haben) und eventuell auch im Immobiliensektor einiger Länder zu sehen. Dies sind die Märkte, die meiner Meinung nach die Liquidität aufgenommen haben (neben der boomenden Weltwirtschaft). Und auch die Anleihen sind zu hoch gestiegen. Hier würde ich jedoch nicht von direkten Gefahren ausgehen, sondern von verpassten Chancen.

    Nicht nur, dass sie die Liquidität aufgenommen haben – sie haben auch zum größten Teil die Inflation zu verantworten. Denn sonst sind die Inflationsfaktoren ziemlich im Griff (z.B. Löhne, Produktionspotenzial, zum Teil – noch – die Inflationserwartungen). Dieser „Liquiditätsschock“ hätte eigentlich die Aktienpreise prompt wieder auf die alten Hochs hochschnellen lassen müssen. Nur keiner wollte und will Aktien so richtig.

    Die großen Aktienmärkte würde ich also nicht auf diese Liste setzen. Die Anleihe-Gelder, sprich die tiefen Zinsen, werden zum großen Teil die Gewinne des Business, sprich der Aktien, finanzieren. Zu diesen Konditionen müsste doch ein bisschen Gewinn schon drin sein. Geschweige denn, wenn man chinesische Arbeiter mit moderner Technologie ausstattet.

    Die Angst bezahlt die Fantasie. Und umgekehrt. Noch sind wir aber nicht beim „umgekehrt“. Aber vielleicht sehen wir noch etwas mehr Angst…

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