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Börsennotizbuch

Ein seriöses, aber lockeres Gespräch über die Börse
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Verbrauchervertrauen und Aktienkurse

25. Februar, 2010 ·

Das Verbrauchervertrauen (z.B. das US-amerikanische Consumer Confidence) ist ein viel beachteter Konjunkturindikator. Gewöhnlich hängt man dieser Aussage noch die “Belehrung” an, dass die US-Wirtschaft (übrigens ganz ähnlich wie die deutsche) zu 2/3 von privaten Konsumausgaben abhängt. Die volkswirtschaftliche Signifikanz des Verbrauchervertrauens ist nicht von der Hand zu weisen. Zwar reagiert die Stimmung der Konsumenten mit gewisser Verspätung auf die Konjunkturentwicklung und wird meistens als gleichlaufender Indikator interpretiert, aber dieser Zusammenhang scheint zumindest recht verlässlich zu sein.

Wenn es um die Aktienkurse geht, ist alles viel undeutlicher. An der Börse schaut man sehr wohl auf die monatlichen Meldungen zum Verbrauchervertrauen, und die “Beobachter” bemühen sich immer, die Schwankungen an diesen Tagen mit den neuen Zahlen zu erklären, aber im Großen und Ganzen ist die Korrelation schwächer.

Insbesondere, wenn es um die Interpretation von abrupten Abstürzen des Verbrauchervertrauens geht: vgl. diese Grafik, die die großen Rückgänge des Consumer Confidence Index am Chart des S&P 500 enthält.

Hintergrund des Ganzen ist der ungewöhnlich scharfe Rückgang des besagten Stimmungsbarometers für den Monat Februar (wir sagten bereits an einigen Stellen, dass die US-Wirtschaft in den letzten 2 Monaten wieder mehr Zeichen der Schwäche liefert):

The Conference Board Consumer Confidence Index®, which had increased in January, declined sharply in February. The Index now stands at 46.0 (1985=100), down from 56.5 in January. The Present Situation Index decreased to 19.4 from 25.2. The Expectations Index declined to 63.8 from 77.3 last month.

Conference Board, The Conference Board Consumer Confidence Index® Declines Sharply, February 23, 2010

Wenn man einigermaßen konsequent ist, wird man sogar den Schluss zulassen, dass die Aktien tendenziell zu kaufen sind, wenn das Verbrauchervertrauen plötzlich abstürzt…

Das sieht Mish’s allerdings deutlich anders: Er vermutet, dass die US-Konsumenten die Phase erreicht haben, in der sie “die Realität begriffen haben” und kurz vor der Panik stehen:

Rather than being a contrarian play, I think consumers have reached the recognition phase, with a panic phase yet to follow. This possibility is something that economists might want to take into consideration if they would ever take off their rose colored glasses and view the real world for how it is.

It may be darkest before dawn, but the sun has barely set. The contrarian play is to bet against the masses who misunderstand history

Kategorien: Frontpage · Gesamtmarkt · Research · Sentiment · Wirtschaftsblogs

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