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Börsennotizbuch

Ein seriöses, aber lockeres Gespräch über die Börse
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Für die Gold-Fans

6. Juli, 2007 · 4 Kommentare

Ich halte nicht viel von Gold- und Rohstoff-Investments (und ich muss mit dieser Überzeugung immer wieder höhnische Kommentare, weniger im Blog, aber ansonsten – ja, einstecken). Ich verstehe diese Märkte nicht so gut (vielleicht aber etwas besser als der durchschnittliche neugebackene Rohstoff-Fan in Deutschland), und mir fehlt grundsätzlich der intellektuelle (!?), logische (!?) Zusammenhang, warum sie die Aktien outperformen werden.

Als Hauptargument gilt immer die Inflation – und hier wollte ich einen Artikel posten, der diesen Argument aufgreift… Nur so recht glaube ich nicht daran. Wäre es die Inflation – was hat da eine Verdopplung des Goldpreises zu suchen? So viel Inflation ist nunmal nicht, egal wie man misst.

Aber immer mal wieder interessante Gedanken…

Kategorien: Gelesen · Rohstoffe

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4 Kommentare bis jetzt ↓

  • egghat // 8. Jul, 2007

    Hmmm, also meine Idee ist eine andere:

    a) Gold ist eine Riskoversicherung MIT Rendite. Nichts anderes ist schon immer und weltweit als Zahlungsmittel akzeptiert worden. Und nichts anderes ist in sinnvollen Größenordnungen transportierbar, wenn man mal in Schweiz o.ä. einen Haufen Geld transferieren muss. Gold ist nicht nur eine Ware, oder von mir aus genauso eine Ware wie bedruckte Papierzettel mit 100 Euro drauf …

    b) Gold ist doch kein ERSATZ für Aktien, sondern eine Ergänzung. Und du beschreibst ganz schön, dass Gold dann gut ist, wenn die Aktien schlecht sind und umgekehrt. Trotzdem haben BEIDE eine gute, positive Rendite. Daher ist Gold + Aktien besser und sinnvoller als Aktien + Anleihen (diese korrelieren nämlich doch recht stark miteinander)!

    Daher “kämpfe” ich weiter für Gold, denn es ist in den meisten Depots weiterhin deutlich untergewichtet. 5 bis 10 Prozent sind jedem zu empfehlen.

    Bye egghat.

  • Saviano // 9. Jul, 2007

    Hi, erstens – sei mir nicht böse – kann man mit 5 bis 10 Prozent (insb. wenn es näher an die 5 ist) so ziemlich alles machen – auch spekulativste Wetten auf Nasdaq-Werte sind praktisch “erlaubt”. Die Frage ist, was mit 30, 40 oder logischerweise bis zu 95 Prozent des Portfolios geschieht. Und hier kommt bei mir kein Gold in Frage. Denn…

    … und da kommt, zweitens … hat das Gold – spekulativ gut oder weniger gut – KEINE Rendite. Das muss man einfach berücksichtigen. Dass Gold eine Art Inflationsausgleich schaffen wird, ist leider erstmal nur eine Annahme. Dass es darüber hinaus noch was bringen wird – eine Spekulation.

    Verstehe mich nicht falsch: ich schreibe ja über Spekulation, die Aktien sind auch Spekulationsobjekt per excellance. Also: wer will und wer die Zusammenhänge hinter dem Goldpreis zu erkennen meint, darf spekulieren und darf gern viel gewinnen. Nur worauf man sich einlässt, muss man wissen.

  • egghat // 9. Jul, 2007

    5000 Jahre Geschichte sprechen für GeldGold. Und das “in der Hand halten”.

    5000 Jahre Inflationsausgleich. Und er wird auch weiter funktionieren, weil es keinen Grund gibt, dass es auf einmal nicht mehr funktionieren sollte … Zeig mir eine Aktie, die 5000 Jahre ihren Wert behalten hat. Nicht einmal einen Index gibt es. Der Dax ist erst schlappe 25 Jahre alt. Und einen ganzen Teil der Aktien gibt es heute nicht mehr. Zum großen Teil, weil sie übernommen wurden, zum Teil, weil sie Pleite gegangen sind (Babcock), zum Teil beides ;-) (Nixdorf).

    Ich mag blinden Aktienoptimismus nicht. Es gab mehr als einmal Phasen in der Geschichte, in denen Aktien auch nach 20 Jahren noch im Minus waren. Und wenn man sich die Vergleiche anschaut, sieht man, dass dort Aktienindex mit Aktienindex verglichen wird. Was aber unfair ist, weil man als Alternative mindestens den Geldmarkt nehmen müsste. Und dann schafft man Phasen von mehr als 30 Jahren, in denen Aktien schlechter waren als der Geldmarkt. Aber das ist ein anderes Thema.

    5 bis 10% Gold sind ja auch nur meine Empfehlung für *alle* Anleger. Und zwar in echt zum in den Koffer packen. Das heisst nicht, dass man auch mehr nehmen kann. Mein Anteil inkl. Silber ist z.B. höher. Zum Glück habe ich schon gekauft, als das ganze noch nicht so in Mode war wie teilweise letztes Jahr.

    Wenn du natürlich nur über Spekulation redest: Nicht mein Ding. Selbst meine Aktien sind Investments. Immer auf Sicht von mindestens 2 Jahren. Tendenziell eher 5. Wobei das schlecht abzuschätzen ist. Aber meine erste BB Biotech habe ich gekauft, als die nur in der Schweiz notiert war. Und dann verkauft, als die mit 40% Aufgeld gehandelt wurde. Und zurück gekauft, als das Abgeld über 20 % betrug. DAS sind die Zyklen, in denen ich denke. Das hat mit Spekulation herzlich wenig zu tun. BB Biotech hätte ich noch 30% höher verkaufen können und noch 25% niedriger zurückkaufen können. Das kann ich aber nicht. Also lass ich es und beobachte lieber das große Bild.

  • Saviano // 9. Jul, 2007

    Ich möchte etwas richtigstellen:

    “Spekulieren” bedeutet für mich in Zeiträumen von 1,2 bis zu 5 Jahren (oder so) denken. Kurzfristigere Engagements (die zugegeben im normalen Sprachgebrauch meistens gerade Spekulation heißen) nenne ich “Traden”. Und Traden ist nicht mein Ding. Investieren – im Unterschied zu diesen beiden – ist entweder noch langfristiger (z.B. Aktienanlage bzw. regelmäßige Aktieninvestments, die höchstwahrscheinlich , sagen wir, mit über 5, eher 10, 20 Jahre Anlage-Horizont für einen Vermögensaufbau getätigt werden) oder wirklich (signifikante) Beteiligungen in Businesses, Unternehmen o.ä., in denen man bestimmte Perspektive sieht, quasi als Private Equity Unternehmer…

    Diese Unterscheidung ist mir sehr wichtig.

    Wenn ich sage, dass ich “spekuliere”, meine ich also eine mittelfristige Entwicklung. Ich spekulierte auf eine Aktien-Hausse, die ich über mehrere Jahre erwartete. Ich spekulierte, weil ich bestimmte Faktoren auszumachen dachte, die eine solche große Marktbewegung verursachen werden. Ich habe nie darauf gewettet (“getradet”), dass eine bestimmte Woche oder Monat so oder so verlaufen wird (nicht seitdem ich das Trading für mich als unbrauchbar charakterisiert habe; früher habe ich auch getradet, aber nie sehr heavy).

    Ich kann nicht ganz sagen, dass ich in Aktien investiere (obwohl ganz sicher ein Teil meines Kapitals stets in Aktien bleiben wird), denn es wird ein Moment kommen, in dem ich die Positionen substanziell glattstellen werde, wer weiß, vielleicht wechsle ich sogar auf die Short-Seite. Ganz zu schweigen, dass mir auch riskante Hebel-Produkte nicht sehr fremd sind. Also kann ich nicht ganz sagen, dass ich “investiere”.

    Aber Trader bin ich auch nicht. Ich eile nie mit einer Transaktion. Was ich heute kaufen oder verkaufen möchte, kann ich in aller Regel auch morgen, nächste Woche, sogar einen Monat später tun (nun, das letzte ist manchmal schon etwas zu langsam). Denn ich handle so gut wie immer nur große Bewegungen, und diese entwickeln sich gewöhnlich nicht innerhalb von Stunden, Tagen oder Wochen. Ich mache auch nur selten Transaktionen (meine Bank ist sicherlich nicht erfreut).

    * * *
    Mit einem Wort, ich glaube, wir sind ziemlich nah, was Anlagehorizont und Handlungsweise anbetrifft – nur die Begrifflichkeiten waren etwas anders.

    * * *
    Die 5.000 Jahre nehme ich dir ab, obwohl ich mir nicht sehr sicher bin wie das nachzuprüfen wäre. Sonst, was du schreibst, ist korrekt – es gab Phasen und Phasen. Auch Gold übrigens hatte mal lange Schwächeperioden. Keiner spricht hier von “blindem Aktienoptimismus”. Aber schau dir doch mal an, was nicht 5.000, aber immerhin 30 Jahre für Gold und Aktien bedeutet haben.

    Vielleicht behältst du Recht, und Gold entwickelt sich zu einem guten Investment (ähnlich wie in den letzten Jahren). Das Gold wird sehr wahrscheinlich steigen, alles andere wäre sehr, sehr komisch, aber ob mehr als die Aktien, ob mehr als Anleihen?

    Ganz richtig – es gibt Phasen und Phasen. Ich glaube die Aktien-Phase ist noch nicht vorbei. Das sprich streng genommen nicht gegen Gold. Ich gönne jedem seinen guten Investment.

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