Jetzt berichtet auch das Handelsblatt über die Idee des “bedingungslosen Grundeinkommens” und darüber, dass sie auch langsam in der Politik stärkere Unterstützung findet:
Verfechter der ersten Stunde schlagen schon seit Jahrzehnten vor, der Staat solle aus seinen Steuereinnahmen jedem ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Arbeitszwang ein existenzsicherndes Grundeinkommen zahlen, das eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. So erklärt etwa das „Netzwerk Grundeinkommen“, dies würde die Lebenssituation der Arbeitslosen verbessern und die Erwerbstätigen bei Gehaltsverhandlungen stärken. Gefördert würde zudem die Bildung, das Ehrenamt, die Kinderbetreuung, die kreative Muße sowie „sinnvolle Tätigkeiten außerhalb der Erwerbstätigkeit“.
Das Modell sei die „grundlegende Alternative zur gegenwärtigen Politik einer forcierten Druckausübung auf Arbeitslose trotz des Mangels an Arbeitsplätzen“. Der CDU-Politiker Althaus analysiert in seinem Konzept für ein „Solidarisches Bürgergeld“ ebenfalls, dass in Deutschland die Sockelarbeitslosigkeit stetig wächst und die unteren Löhne nicht mehr zum Leben reichen.
Diese Idee wird in Deutschland in den letzten Jahre häufig mit dem Namen Götz Werner, dem Gründer der Drogeriemarktkette dm, verbunden. Hier z.B. ein Interview beim Spiegel oder bei brandeins bereits von vor paar Jahren.
Finde ich sehr interessant, und bei weitem nicht unvorstell- bzw. unfinanzierbar. Im Grunde genommen haben wir ein ähnliches System bereits. Aber es entstehen natürlich Dutzende andere Fragen. Trotzdem - die Einfachheit des Gedanken ist sehr ansprechend.







5 Kommentare bis jetzt ↓
S.Meyer // 14. Apr, 2007
Eigentlich ist es doch egal, wie das Kind genannt wird - ob nun HartzIV, Sockeleinkommen oder Stütze. Langfristig stehen sich immer die Interessen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber gegenüber. Auch für den Arbeitgeber ist es nicht immer einfach Personal zu finden und Stellen zu besetzen, wenn die Unterstützung des Staates schon höher ausfällt, als die tarifliche Bezahlung.
Leistungsvermögen und Gehaltsvorstellung (unter Einbeziehung von dem was man bekommt, wenn man nicht arbeitet und dem was man bekommen will, damit man 40 Stunden die Woche investiert) sind in nicht wenigen Fällen nicht mehr mit der Realität vereinbar.
Saviano // 14. Apr, 2007
Das schöne an der Idee ist die Einfachheit: jeder bekommt erstmal sein Grundeinkommen; man bräuchte nicht Tausende Beamten, um das System zu bedienen/steuern. Gegeben ein Grundeinkommen werden sich die Löhne (Kosten für die Unternehmen) wohl nach unten anpassen. Dabei wird die “Rechnung”, wie viel man mit Arbeit vs. ohne Arbeit verdient bzw. zur Verfügung hat, sehr einfach und für jeden nachvollziehbar. Ein großes Plus zudem - der bürokratische (bei ausreichender Höhe des Grundeinkommens auch der finanzielle) Zwang, (irgendeine) Arbeit aufzunehmen, würde entfallen. Vielleicht bewegen wir uns hier am Rande einer Utopie, aber dies könnte die Arbeitskräfte etwas besser, kreativer und im Endeffekt produktiver machen.
Trotzdem ist das ganze auch nicht ohne. Die entscheidende Frage: wie wird dies finanziert. Denn im Finanzierungsmodell werden wohl auch die “Missbrauchsmöglichkeiten” zu suchen sein. Und wie verhält sich das im globalen Standortwettbewerb?
zapata33 | Liegestuhl Grundeinkommen // 4. Mai, 2007
[...] “Soll Nichtstun bezahlt werden?”, “Grundeinkommen - Geld für nichts tun”, “1.500 Euro fürs Nichtstun!” - dies sind nur einige Beispiele, wie mit Thema verzerrend und manipulativ umgegangen wird. Mit den ernsthaften Vorschlägen der VertreterInnen eines bedingungslosen Grundeinkommens hat dies nichts zu tun. [...]
Schlosserlehrstellen für Blogger… • Börsennotizbuch // 18. Okt, 2007
[...] Ohne viel Vorlauf — schaut mal beim Blog Zeitenwende vorbei! Mit zwei Worten: altes Thema “Bürgergeld“, die Menschen können sich frei entfalten, ihre kreative Potenziale realisieren, bloggen … hm … hm … schafft besser mehr Schlosserlehrstellen!… Ein humoristisches Video. Hier entlang … Social Bookmarks: [...]
Das Grundeinkommen - noch ein Beitrag zum “provakanten Ansatz” • Börsennotizbuch // 26. Nov, 2007
[...] Ich habe schon mal über diese interessante (vielleicht nicht nur bloß “interessante”) Idee geschrieben: ein Grundeinkommen für alle (zugegeben habe ich ein bisschen Kritik geerntet mit dem Zusatz “Geld fürs nichts tun”). [...]
Kommentieren: