24. August, 2010 ·

“Das Besondere am Wirtschaftskuchen ist ja, dass er nicht kleiner, sondern größer wird, je mehr davon gegessen wird. Skeptiker vergleichen bitte die Entwicklung der Löhne und des Wirtschaftswachstums seit Beginn der Industrialisierung. Man könnte deshalb den [häufig propagierten] Satz auch umdrehen: «Erwirtschaftet wird nur, was auch verteilt wird»”.
Mark Schieritz erinnert an die paradoxe Mechanismen der Marktwirtschaft, Zeit/Herdentrieb
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17. August, 2010 ·

- Die amerikanischen Einzelhändler Wal Mart und Home Depot enttäuschen … oder so in der Art. Beide haben eigentlich Gewinnwachstum gemeldet und ebenso die Analystenerwartungen übertroffen. Warum dann die Beunruhigung? Einer der wesentlichen Punkte ist wohl dieser: “Its same-store sales in the United States declined by 1.8 percent from the second quarter of a year ago — when they declined 1.5 percent. That means that sales in stores that have been open at least a year are now worse than they were in the heart of the recession” — vergleicht man die gleichen Läden, so sind die Verkäufe rückgängig. Das ist eine legitime Sorge, aber zu viel darf man nicht hineininterpretieren: Möglicherweise gibt es auch bei einer perfekten Standortplanung Überscheidungen. Andererseits ist der für Discountpreise bekannte Wal Mart gewissermaßen ein Profiteur der Krise (NYT).
- Ein weiterer Konjunktur-Frühindikator für die USA verheißt nichts Gutes (egghat).
- Es wird zurzeit wenig neu gebaut in den USA. Die Neugierigen können aber erfahren, was nun viel weniger gebaut wird: US-Immobilienmarkt — “Quarterly Starts and Completions by Purpose and Design” report for Q2 2010 (Calculated Risk). Die Überraschung hält sich in Grenzen: Der große Rückgang fand bei den Einfamilienhäusern statt, die für den Verkauf bestimmt sind (vs. gebaut für Eigennutzung etc.).
- Viel zu schüchterne Steigerungen der Industrieproduktion und der Kapazitätsauslastung in den Vereinnigten Staaten (Calculated Risk).
- “Kreative” Banken auch in China … Gott helfe … Aber zunächst versucht die chinesische Regierung, die Kreditvergabe und verdächtige Kreditvergabepraktiken zu drosseln (NYT).
- Fed Model “ex Japan” (FTD).
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13. August, 2010 ·

“Nach der europäischen Schuldenkrise ist Chinas Superbubble deshalb ein heißer Kandidat für den Auftakt zur nächsten Phase der weltweiten Finanzkrise”.
Wolfgang Münchau versucht einfach das Gesetz der Schwerkraft auf China anzuwenden, FTD
… und in der jetzigen instabilen Konjunkturphase wäre ein Platzen der chinesischen Immobilienblase nun wirklich nichts Lustiges …
Übrigens, vor mehreren Wochen haben wir hier auf die Schneeball-Finanzierungen, mit denen sich die Chinesen am Immobilienhype beteiligen, hingewiesen.
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12. August, 2010 ·
Vor anderthalb Jahren habe ich schon mal geschrieben, dass in der Immobilienkrise eigentlich die Menschen die Banken abgezogen haben und nicht umgekehrt. Denn es ist die Dummheit des Gläubigers, wenn er die Kreditsicherheiten falsch einschätzt und auf den Schulden bzw. auf den wertlosen Sicherheiten sitzen gelassen wird.
Nun, klar, die Banken wurden vom Staat gerettet, so dass der Bumerang wieder auf die Steuerzahler (= die Menschen) zurückkommt, aber dass ist eine andere Geschichte. Und noch eine andere Geschichte ist es, dass die (leitenden) Bankmanager über kurzfristig orientierte Boni die vorläufigen Gewinne ihrer Institute “privatisiert” haben.
Aber zurück zu den Hypothekennehmer. Diese weigern sich offensichtlich immer wieder die Raten zu zahlen — egal ob sie können oder nicht. Die Banken sollen bitte einen Deal anbieten, und zwar einen großzügigen: Zum Beispiel 90% des Kredits werden erlassen. Mehr hier: Debts Rise, and Go Unpaid, as Bust Erodes Home Equity.
Insgesamt gewinnt man den Eindruck, der Schlamassel im Immobiliensektor der USA ist lange noch nicht überwunden. Aber die Zeit scheint irgendwie für die Schuldner zu arbeiten — sie haben nun Monat für Monat die Möglichkeit, ihre Finanzen (ohne “lästige Hypothekenraten”) besser in Ordnung zu bringen. Für die Gläubiger sorgt sich bereits der Staat.
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11. August, 2010 ·

Die Federal Reserve (Fed) konstatiert eine spürbare Abschwächung der Wirtschafttätigkeit in den USA und signalisiert, dass die Niedrigzinsphase lange noch nicht vorbei und sogar eine weitere Lockerung unmittelbar im Gang sei.
Da der Leitzinssatz seit ungefähr anderthalb Jahren bei praktisch Null verbleibt, richten sich die Blicke auf die Tonart des Statements sowie auf die “unorthodoxen Maßnahmen” der amerikanischen Notenbank.
Im Statement wird die Wirtschaftslage im August als “weniger vorteilhaft” gesehen als noch im Juni. Die Formulierungsänderungen deuten darauf hin, dass die Fed nun endgültig von einer abnehmenden Dynamik der Konjunkturerholung und von der Gefahr einer — zumindest zeitweise — Stagnation ausgeht. Verbessert hat sich im Grunde einzig die Lage außerhalb der USA: Asien wächst weiter und die europäischen Schuldenprobleme haben sich vorerst beruhigt.
Um die wieder erlahmende Konjunktur zu stützen, belässt die Fed die Zinsen wie erwartet unverändert und dreht den Geldhahn noch etwas weiter auf: Die Notenbank will eigentlich “nur” ihre Bilanz konstant halten, was aber einer neuen Lockerung gleich kommt. Denn es war ursprünglich geplant, dass die Fed ihre Bilanz langsam schrumpfen lässt, als die bereits aufgenommenen Schuldtitel Stück für Stück getilgt werden und die Fed keine neuen erwirbt.
Jetzt aber sollen die Einnahmen aus den auslaufenden Papieren reinvestiert werden — meistens in Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten und in MBS (Mortgage-Backed Securities).
Alles in allem ist dies aber keine besonders große Maßnahme — eine Art Kompromiss zwischen denjenigen, die schon lange von den unorthodoxen Methoden beunruhigt sind und möglichst schnell die “ultralockere Geldpolitik” beendet sehen wollen und denjenigen, die viel stärkere monetäre Stimulierung der Wirtschaft verlangen (auch weil die Politik momentan nicht imstande ist, durch zusätzliche Konjunkturprogramme die Erholung zu stützen).
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China, das heute noch als neuer Motor der Weltwirtschaft bejubelt wird, kann sich bald in eine große Gefahr verwandeln. Denn die chinesische Konjunktur ist vermutlich nun wirklich überhitzt … Vor allem am Immobilienmarkt hat sich eine monströse Blase gebildet. Wenn man nur von den Quadratmeterpreisen in Shanghai oder Peking (aber auch in etlichen anderen Städten) hört, wird einem angst und bange. Die typischen Relationen wie Preis/Jahreseinkommen oder Preis/Miete sind völlig aus den Fugen geraten.
Schlimmer noch, das Ganze wird extrem durch Korruption und schlechte Kredite angeheizt … Auf der einen Seite schaukeln die Lokalverwaltungen, öffentliche Banken und Bauunternehmer (auf Pump, versteht sich) die Preise für Bauland, Lizenzen und Wohnraum in die Höhe; auf der anderen übernehmen sich die Privatleute mit Krediten in dubiosen und extrem hoch verzinsten Ponzi-Kredit-Netzwerken…
Spekulative Blasen können länger halten als man denkt, aber der chinesische Immobilienmarkt hat gerade kräftige Zeichen eines “Endspiels” gesendet: Die Verkäufe fallen zum Teil kräftig. Der Leerstand wächst, viele Immobilien bleiben unverkäuflich. Noch fallen die Preise nicht, aber so fängt es wohl immer an…
Hier nützlicher Lesestoff:
- Die Ponzi-Kredite haben längst die chinesische Bevölkerung erfasst (Mish’s).
- Bei Mish’s kann man einfach den Links zu weiteren Informationen folgen, aber hier noch einmal Preise vs. Mieten (Erfahrung aus erster Hand)…
- Viel versöhnlicher im Fazit — Dieter Wermuth (Herdentrieb).
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21. Juli, 2010 ·

Die Resultate aus den Stress-Tests der europäischen Banken sollen am Freitag bekannt werden. Das Alte Kontinent unternimmt eine solche Maßnahme mehr als ein Jahr nach den USA (im Übrigen waren die Amerikaner auch deutlich schneller mit einer Finanzreform).
Es wurde schon vielerorts hervorgehoben, dass die europäischen Tests viel zu intransparent sind und dass man am Ende wieder nicht wissen würde, ob die Banken für härtere Zeiten einigermaßen gewappnet sind (vgl. etwa Bloomberg). Oder aber sie ignorieren unverständlicherweise die Immobilienpreise (vgl. egghat). Dabei erlebte Old Europe einen nicht minder heißen Immobilienboom (nur mit wenigen Ausnahmen, eine davon Deutschland).
Aber schauen wir auf die US-amerikanischen Bankentests zurück: Damals wurden zum Beispiel ein “Adverse Scenario” und ein “Baseline Scenario” besonders beachtet (günstigere Entwicklungen lassen wir hier getrost außen vor):
Zu Beginn musste man feststellen, dass die reale Entwicklung fast deckungsgleich und in Sachen Arbeitslosenquote sogar schlechter war als das adverse (sprich: widrige) Szenario. Mittlerweile hat sich die Lage deutlich aufgehellt, und die reale Entwicklung zeichnet in manchen Aspekten (BIP-Wachstum, Immobilienpreise) sogar eine günstigere Trajektorie als das Baseline (sprich: Normalfall) Scenario (vgl. Calculated Risk).
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15. Juli, 2010 ·

“We wish you a merry crisis and a happy new fear.”
Ich habe auch gelacht, Misik.at
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12. Juli, 2010 ·


Während die in unserer wöchentlichen Umfrage teilnehmenden Blogger kurzfristig noch vorsichtig sind, wächst auf mittlerer Sicht der Optimismus deutlich.
Der kurzfristige Sentimentindex fällt diese Woche auf 12,5 Punkte. Insgesamt sind sich die Blogger offenbar unschlüssig, wie sich der Beginn der Berichtsaison auf die Kurse auswirken wird. Die Unternehmensmeldungen, darunter wichtige Zahlen der großen US-Banken, rücken in diesen Tagen in den Vordergrund und können durch etwaige Überraschungen für Volatilität sorgen.
Währenddessen wächst jedoch der mittelfristige Optimismus und erreicht nun einen recht bullishen Wert von 50 Punkten. Da wir hier vor nur 2 Wochen im negativen Bereich lagen, ist es sicherlich etwas zu früh, um eine Sentiment-Wende auszurufen. Trotzdem ist der Anstieg der positiven Erwartungen und die rapide Abnahme der bearishen Stimmen beachtenswert.
Kann es sein, dass sich die zuversichtlichen Überlegungen und Feststellungen, wie sie etwa in den heute verlinkten Artikeln geäußert werden, immer mehr unter den Börsenbloggern durchsetzen? Oder erleben wir einfach eine statistische caprice?
Die Ergebnisse im Überblick:



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Zwei Lesetipps zur aktuellen Lage plus Ausblick … und zwar solche, die uns optimistischer stimmen:
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5. Juli, 2010 ·


Die deutschen Börsenblogger schauen etwas optimistischer auf die laufende Börsenwoche. Auch mittelfristig festigt sich die Stimmung etwas, bleibt aber nach wie vor von Vorsicht gezeichnet.
In den nächsten Handelstagen erwarten die meisten Teilnehmer unserer wöchentlichen Umfrage (60%) steigende Börsenkurse. Der kurzfristige Sentimentindex klettert auf +30 Punkte. Sehr optimistisch ist das nicht, aber immerhin ein deutlicher Wert. Wenn man sich die Charts der großen Indizes anschaut, so kann man durchaus der Erwartung einer kurzfristigen Korrektur, sprich: Erholung, folgen.
Im mittelfristigen Bereich hat sich der 6-Monate-Sentimentindex auch um 20 Punkte verbessert und erreicht nun +10 Zähler. Das gilt zwar noch als “neutral”, aber man kann nicht ohne weiteres von einer “abwartenden Haltung” sprechen. Denn die Gruppen der Bullen und Bären sind ungefähr gleich groß und machen insgesamt 90% der Befragten aus. Mit einem Wort: Wirklich “neutrale” Teilnehmer, die für ihre Positionierung weitere Nachrichten und Fakten aus der Wirtschaft sowie eine klare Börsentendenz sehen wollen, lassen sich aus unseren Ergebnissen nicht ableiten.
Die Ergebnisse im Überblick:



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24. August, 2010
"Das Besondere am Wirtschaftskuchen ist ja, dass er nicht kleiner, sondern größer wird, je mehr davon gegessen wird. Skeptiker vergleichen bitte die Entwicklung der Löhne und des Wirtschaftswachstums seit Beginn ...
17. August, 2010
Die amerikanischen Einzelhändler Wal Mart und Home Depot enttäuschen ... oder so in der Art. Beide haben eigentlich Gewinnwachstum gemeldet und ebenso die Analystenerwartungen übertroffen. Warum dann die Beunruhigung? Einer ...
13. August, 2010
"Nach der europäischen Schuldenkrise ist Chinas Superbubble deshalb ein heißer Kandidat für den Auftakt zur nächsten Phase der weltweiten Finanzkrise".
Wolfgang Münchau versucht einfach das Gesetz der Schwerkraft auf China ...
22. Juli, 2010
China, das heute noch als neuer Motor der Weltwirtschaft bejubelt wird, kann sich bald in eine große Gefahr verwandeln. Denn die chinesische Konjunktur ist vermutlich nun wirklich überhitzt ... Vor ...
21. Juli, 2010
Die Resultate aus den Stress-Tests der europäischen Banken sollen am Freitag bekannt werden. Das Alte Kontinent unternimmt eine solche Maßnahme mehr als ein Jahr nach den USA (im Übrigen waren ...
15. Juli, 2010
"We wish you a merry crisis and a happy new fear."
Ich habe auch gelacht, Misik.at
12. Juli, 2010
Zwei Lesetipps zur aktuellen Lage plus Ausblick ... und zwar solche, die uns optimistischer stimmen:
Fuduka Börsenmonitor Juli 2010
Die Wirtschaft hebt ab (Dieter Wermuth, Herdentrieb)