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Börsennotizbuch

Ein seriöses, aber lockeres Gespräch über die Börse
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Blogger-Sentiment: Aufatmen, Neutralität wahren

16. März, 2010 ·

Bloggersentiment 15.03.2010: Logo
Bloggersentiment 15.03.2010: Index Werte

Wenn etwas bei unserer wöchentlichen Sentimentumfrage ins Auge sticht, dann der explosionsartige Anstieg von “neutralen Stimmen”. Nie zuvor waren sich die Blogger so unschlüssig, wohin die Börsenkurse kurz- oder mittelfristig tendieren.

Für die Woche — wie gesagt — dominiert eine abwartende Haltung mit einem Anteil neutraler Stimmen von ganzen 66,6%. Die bullischen und bearischen Prognosen halten sich exakt die Waage (16,7%), und infolgedessen fällt der kurzfristige Sentimentindex auf 0 Punkte zurück.

Auf die Frage nach den mittelfristigen Perspektiven haben 41,6% der Teilnehmer mit “bullish” geantwortet, aber genauso viele wollten sich nicht auf eine Richtung festlegen. Der 6-Monate-Sentimentindex sinkt daraufhin auf +25 Zähler.

Für beide Fristen stellt man fest, dass die große Abwanderung ins neutrale Lager ausschließlich aus der Gruppe der Bullen erfolgt. Wahrscheinlich hat man hier während der Korrektur gehörig gezittert und jetzt — nach der kräftigen (und noch laufenden) Erholung — aufgeatmet und sich erst einmal ins neutralere Terrain zurückgezogen.

Die Ergebnisse im Überblick

[Klick auf die Grafik für größere und interaktive Ansichten ]

Bloggersentiment 15.03.2010: Stimmanteile

Bloggersentiment 15.03.2010: Index Verlauf

Bloggersentiment 15.03.2010: Bullen vs. Bären

Kategorien: First · Sentiment

Blogger-Sentiment

Schuldenberge wie nach einem Weltkrieg

12. März, 2010 ·

Lose Gedanken: Schulden wie nach dem Weltkrieg

Was vor einiger Zeit der britische Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson über die aktuelle Krise sagte, und zwar, dass sie “die finanziellen Symptome eines Weltkriegs” trage, wird nun fast wörtlich von den Analysten der Investmentbank Morgan Stanley in einer Studie wiederholt:

“Es sieht aus, als hätte die Wirtschaft gerade den Dritten Weltkrieg durchgemacht”

FTD.de, Wie ein Staat seine Schulden los werden kann

Und die Rede ist nicht etwa von Griechenland, sondern von der größten Wirtschaft der Welt, den USA.

Und nun eine Frage an den gesunden Menschenverstand:

Wenn es den USA möglich war, sich nach einer so hohen kriegsbedingten Verschuldung wieder zu fangen und zu prosperieren, wie hoch stehen die Chancen dafür in den heutigen – wenn man an die Dimensionen denkt – durchaus friedlichen Zeiten? Die Bomben waren damals nun mal verschossen, und Abertausende junge Menschen haben ihr Leben auf den Schlachtfeldern gelassen. Jetzt haben wir – zum Vergleich – nur eine ganze Menge schlecht finanzierte, aber immerhin noch real vorhandene Häuser zu beklagen…

(Dabei muss man sagen, dass die Schulden selbstverständlich noch während des Kriegs stark gestiegen, aber nach 1945 nochmal kräftig in die Höhe gegangen sind).

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Zur Geburt des Euro: Entmachtet die Bundesbank!

12. März, 2010 ·

Zitat des Tages: Entmachtet die Bundesbank

“13 Jahre kaum Wachstum, nur Sozialstaatskürzungen und Entbehrungen, weil die Bundesbank dem Kampf gegen jede noch so kleine Inflation alles unterordnet.

Genau deshalb war und bin ich für den Euro. Nie wieder 1992! Entmachtet die Bundesbank!”

In Zeiten des Euro-Zweifelns erinnert sich Dieter Wermuth an das schlimme Jahr 1992 als sich seine Position pro europäischeGemeinschaftswährung (endgültig) festigte, Zeit/Herdentrieb

 

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Dax-Volatilität erreicht wieder langjährige Tiefs

11. März, 2010 · 2 Kommentare

Noch ein Stückchen und der Dax-Volatilitätsindex wird ganz in die Nähe der historischen Tiefs zurückfallen. Aktuell steht der Index bei 17 Punkten, die gemeinten Tiefs betrugen ca. 12 Punkte und wurden 2005 erreicht (das waren auch die niedrigsten Stände in diesem Jahrzehnt).

Dabei: Ist es Ihnen auch schon aufgefallen, dass kein Analyst oder so genannter Börsenexperte jemals eine steigende fallende Volatilität vorhergesagt hat? Ich kann mich zumindest an keinen derartigen Fall erinnern. Es heißt immer: “Die Aktien werden dies oder jenes machen, aber die Schwankungen werden zunehmen. Hohe Schwankungen verkaufen halt besser die Produkte der besagten Experten…

Nun ist die Volatilität aber gesunken, und es zeichnet sich ein erstaunlich vergleichbarer Verlauf ab wie nach der letzten großen Wende 2003 — ein Jahr später hat sich die Schwankungsintensität wieder beruhigt und die nächsten Jahren verliefen recht beständig.

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Deutschland müßte “weniger deutsch” werden

11. März, 2010 ·

Zitat des Tages: Deutschland muss weniger deutsch werden

“Die deutsche These verlangt nach einer spanischen Antithese. Wenn der Rest der Eurozone „deutscher“ werden soll, dann muss Deutschland weniger deutsch werden.”

Martin Wolf bezieht sich auf Hegel in der Debatte um die ökonomischen und mentalen Spannungen in der Eurozone, aktuell durch die Griechenland-Krise verschärft, FT
Zitat übersetzt durch Thomas Strobl, weissgarnix

Beide Artikel sind lesenswert.

Die Financial Times (internationale Ausgabe) könnte u.U. Registrierung verlangen. Im Beitrag von Strobl (weissgarnix) werden die zentralen Gedanken gut wiedergeben und kommentiert.

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Nicht nur die Börse kennt Hypes

11. März, 2010 ·

Hypes 2.0

Nicht nur die Börse kennt Hypes. Aber von der Börse kann man in Sachen Zukunftseuphorie und visionäre Versprechen Einiges lernen.

Ich würde es etwas schade finden, wenn ich diesen länger geratenen Kommentar auf die harschen, jedoch gefühlt richtigen verbalen Pfeile von Don Alphonso gegen die “Hypes 2.0” nicht auch hier veröffentlichen würde:

Ich sympathisiere irgendwie sehr mit der Meinung des Autors — trotz oder gerade wegen des harschen Schreibstils. So manchen halbseidenen Hype und seine unechten Experten bloßzustellen, ist auf jeden Fall richtig und geradezu lobenswert.
 
Von einer wohl unveränderlichen Wesentlichkeit des Daseins nicht leichterhand loslassen zu wollen und sich zu weigern, den illusionistischen Tricks einer angeblich neuen Realität (oder Virtualität) zu glauben, kann ich nur gut verstehen und diesem Gefühl (aber auch Logik) gut folgen.
 
Eines wollte ich dennoch als Ergänzung (und nicht als Unterstellung) hinzufügen: Weniger sympathisch wäre es, die Fortschrittssuche, die “Suche nach der Zukunft” an sich, als solche, anzugreifen, und sie als lächerlich und halbseiden darzustellen.
 
Denn es ist sicher so, dass die meisten Visionen (vgl. Kommentar Martin Wunderkind) unerfüllbare und häufig nutzlose Illusionen geblieben sind. Aber solche Beispiele anzuführen, um eine quasi grundsätzliche Lächerlichkeit des Neuen zu erwecken, wäre verkehrt, zu konservativ und wird irgendwann selbst mit einem midleidigen Lächeln quittiert.
 
Gerade in diesen Tagen sind es 10 volle Jahre seit dem finalen Hoch der New Economy Blase geworden. Der damalige Hype hat auch seltsame Blüten getrieben, viele glaubten nur zu gern an groteske Versprechen einer „Neuen Wirtschaft“, und etliche Betrüger konnten daran verdienen. Die meisten technologischen Visionen sind unerfüllt geblieben und die meisten Aktien gehypter Unternehmen katastrophal zusammengebrochen. Aber der Fortschritt ist letztendlich unbestreitbar, und der Drang nach dem Neuen hat doch Neues und Wertvolles hervorgebracht.
 
Dies gesagt, kann man die Börse – und wohl im Sinne des Autors — nochmals als Beispiel nehmen: Nicht Weisheit, Dummheit der Masse ist häufiger der Fall.

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Blasen aus “alten Tagen”

11. März, 2010 ·

Old Days: Blasen

Die Tage feiern wir Jubiläen: 10 Jahre vom Top der Dot-Com-Blase, 7 Jahre vom Tief der Dot-Com-Blase (zumindest für die europäischen Aktien; und die amerikanischen waren auch nicht weit davon entfernt, wieder Tiefstkurse zu produzieren) und schließlich 1 Jahr vom Tief des aktuellen Zusammenbruchs…

Schauen wir kurz in die Archive…

  • Was man in Blasen-Zeiten immer wieder zu lernen bekommt: “An der Börse liegt die Wahrheit meist nicht in der Mitte, sondern ganz woanders” (Zitat des Tages).
  • Nach dem Platzen einer Blase fürchtet man sich stets vor dem Entstehen einer neuen. Jeder glaubt Blasen-Symptome zu sehen. Häufig handelt es sich aber wieder einmal um eine verzerrte Wahrnehmung der Realität: Wie in der Euphorie zuvor die warnenden Stimmen und die unangenehmen Fakten ausgeblendet wurden, so übersieht man jetzt das Positive und unterschätzt die Aufwärtskräfte (“Angst-Phantasien”).
  • Platzende Aktienblasen haben die Deutschen nachhaltig von der Aktienanlage abgeschreckt: “Mit Netto-Mittelabflüssen in Höhe von 5.616,8 Mio. Euro sind wir Zeugen einer ungesehener Zurückhaltung der deutschen Anleger vor der Aktien-Anlage. So was hat man selbst in den “düsteren” Jahren nach dem Platzen der Dot-Com-Blase nicht feststellen können!” (Die Zahlen der “Aktien-Begeisterung”). Dieses Mal (2009-2010) sind die Mittelaufkommen in Aktienfonds jedoch positiv.
  • Kostolany schrieb schon einmal: Begeisterung für die Börse = Begeisterung für den Fortschritt (Der Spekulationstrieb).
  • 7-Jahres-Zyklen an der Börse … Prof. Max Otte über bevorstehende magere Jahre an den Aktienmärkten. Ich weigere mich gänzlich zuzustimmen, stecke jedoch in einer mittlerweile ungünstigeren Argumentationssituation (Fette und magere Börsen-Jahre).

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Erinnerungen an die Dot-Com-Blase

10. März, 2010 · 1 Kommentar

Dot Com Bubble

10 Jahre ist es her als die Kurse am Neuen Markt, am Nasdaq und anderswo — nach einer atemberaubenden Hausse — den Höchstpunkt markierten. Die Technologiebörsen haben diese Marke noch nie wieder erreicht, sind auch nicht wirklich in ihre Nähe gekommen.

Heute, nachdem wir eine wohl viel größere Blase erlebt haben und einen viel gefährlicheren Zusammenbruch durchmachen, erscheint uns der Niedergang der Dot-Com-Fantasien und -Aktienkruse fast niedlich. Oder ist es nur die Zeit, die die Erinnerung stets versöhnlicher einfärbt?

  • “Die gute New-Economy-Blase” (FTD).
  • “Nicht alle Technologie-Aktien waren schlecht” (HB).
  • Lessons NOT to learn from anniverasaries (MarketWatch).
  • Everything was so over the top (MarketWatch).
  • Dot-com craze peaked 10 years ago (Buzzblog).
  • Happy Anniversary: Top and Bottom! (The Big Picture).

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Wissen ist nie teuer…

10. März, 2010 ·

Zitat des Tages: Education

“Education, a wise man once said, is never expensive once attained”.

Mark Hulbert erinnert sich an die großen Börsenwenden im März 2000 und 2009, MarketWatch

Ich finde es geistreich… Wie könnte man es am besten übersetzen? — Wissen ist nie teuer, nachdem es erworben wurde…

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“Unemployment Surprise” oder die aktuelle Ungültigkeit des Okun’s Law

9. März, 2010 ·

Okun's Law

Markus Gaertner präsentiert auf seinem Blog die durchaus interessanten Erkenntnisse von Mary Daly und Bart Hobijn (Forscher an der Fed San Francisco), die sich mit dem sog. Okun’s Law beschäftigen. Das Okunsche Gesetz stellt einen Zusammenhang zwischen der Produktionsleistung einer Volkswirtschaft und der Arbeitslosigkeit her.

Dieser Zusammenhang ist nach empirischer Prüfung seit der Erstveröffentlichung in den 60ern in der Tat relativ beständig (so wie formal mathematisch im “Gesetz” definiert). 2009 jedoch wurden die Zahlen kräftig durcheinander geworfen: Die Arbeitslosigkeit ist viel stärker gestiegen als die Produktionsleistung der USA gefallen. Das Gesetz ist außer Kraft gesetzt worden.
Hier weiterlesen →

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Staatsbakrott von Griechenland wird gut für den Euro sein

9. März, 2010 ·

Natürlich langfristig … meint Jim Rogers. Dies würde die Disziplin, Prinzipientreue und Integrität der Gemeinschaftswährung stärken. Darüber hinaus ist Griechenland nicht groß genug, um durch einen Bankrott fundamental die wirtschaftliche Basis des Euro zu gefährden.

[ Klick auf die Grafik führt zur Video-Seite auf Bloomberg ]

Jim Rogers: Euro und Griechenland

Via: egghat.

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Schuldenberge wie nach einem Weltkrieg

12. März, 2010

Was vor einiger Zeit der britische Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson über die aktuelle Krise sagte, und zwar, dass sie "die finanziellen Symptome eines Weltkriegs” trage, wird nun fast wörtlich von den ...
Zur Geburt des Euro: Entmachtet die Bundesbank!

12. März, 2010

"13 Jahre kaum Wachstum, nur Sozialstaatskürzungen und Entbehrungen, weil die Bundesbank dem Kampf gegen jede noch so kleine Inflation alles unterordnet. Genau deshalb war und bin ich für den Euro. Nie ...
Deutschland müßte “weniger deutsch” werden

11. März, 2010

"Die deutsche These verlangt nach einer spanischen Antithese. Wenn der Rest der Eurozone „deutscher“ werden soll, dann muss Deutschland weniger deutsch werden." Martin Wolf bezieht sich auf Hegel in der Debatte ...
Der größte Börsengang in Deutschland seit 2 Jahren: Kabel Deutschland

10. März, 2010

Endlich Bewegung am deutschen IPO-Markt: Der größte Börsengang seit mehr als zweit Jahren steht fest. Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland will im März ca. 800 Mio. Euro Kapital einnehmen. Die Zeichnungsfrist ...
Wissen ist nie teuer…

10. März, 2010

"Education, a wise man once said, is never expensive once attained". Mark Hulbert erinnert sich an die großen Börsenwenden im März 2000 und 2009, MarketWatch Ich finde es geistreich... Wie könnte man ...
Kurzsichtige Blicke auf die Haushaltsdefizite

9. März, 2010

"Die Kurzsichtigkeit der Banken hat die Krise mitverursacht, wir dürfen nicht zulassen, dass die Kurzsichtigkeit der Regierung - angestiftet von den Banken - sie nun verlängert". Joseph Stiglitz fordert einen "entspannten" ...
Bloglinks: Chorus düsterer und heiterer Stimmen

9. März, 2010

"Was würde eigentlich passieren, wenn Griechenland einfach sich selbst überlassen bliebe?" fragt sich Dieter Wermuth, und gibt zur Antwort: Griechenland wird's auch alleine schaffen (Herdentrieb). Und ein Europäischer Währungsfonds kommt ...