9. März, 2010 ·

Markus Gaertner präsentiert auf seinem Blog die durchaus interessanten Erkenntnisse von Mary Daly und Bart Hobijn (Forscher an der Fed San Francisco), die sich mit dem sog. Okun’s Law beschäftigen. Das Okunsche Gesetz stellt einen Zusammenhang zwischen der Produktionsleistung einer Volkswirtschaft und der Arbeitslosigkeit her.
Dieser Zusammenhang ist nach empirischer Prüfung seit der Erstveröffentlichung in den 60ern in der Tat relativ beständig (so wie formal mathematisch im “Gesetz” definiert). 2009 jedoch wurden die Zahlen kräftig durcheinander geworfen: Die Arbeitslosigkeit ist viel stärker gestiegen als die Produktionsleistung der USA gefallen. Das Gesetz ist außer Kraft gesetzt worden.
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10. März, 2010 ·

“Education, a wise man once said, is never expensive once attained”.
Mark Hulbert erinnert sich an die großen Börsenwenden im März 2000 und 2009, MarketWatch
Ich finde es geistreich… Wie könnte man es am besten übersetzen? — Wissen ist nie teuer, nachdem es erworben wurde…
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10 Jahre ist es her als die Kurse am Neuen Markt, am Nasdaq und anderswo — nach einer atemberaubenden Hausse — den Höchstpunkt markierten. Die Technologiebörsen haben diese Marke noch nie wieder erreicht, sind auch nicht wirklich in ihre Nähe gekommen.
Heute, nachdem wir eine wohl viel größere Blase erlebt haben und einen viel gefährlicheren Zusammenbruch durchmachen, erscheint uns der Niedergang der Dot-Com-Fantasien und -Aktienkruse fast niedlich. Oder ist es nur die Zeit, die die Erinnerung stets versöhnlicher einfärbt?
- “Die gute New-Economy-Blase” (FTD).
- “Nicht alle Technologie-Aktien waren schlecht” (HB).
- Lessons NOT to learn from anniverasaries (MarketWatch).
- Everything was so over the top (MarketWatch).
- Dot-com craze peaked 10 years ago (Buzzblog).
- Happy Anniversary: Top and Bottom! (The Big Picture).
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9. März, 2010 ·
Natürlich langfristig … meint Jim Rogers. Dies würde die Disziplin, Prinzipientreue und Integrität der Gemeinschaftswährung stärken. Darüber hinaus ist Griechenland nicht groß genug, um durch einen Bankrott fundamental die wirtschaftliche Basis des Euro zu gefährden.
[ Klick auf die Grafik führt zur Video-Seite auf Bloomberg ]

Via: egghat.
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“Die Kurzsichtigkeit der Banken hat die Krise mitverursacht, wir dürfen nicht zulassen, dass die Kurzsichtigkeit der Regierung - angestiftet von den Banken - sie nun verlängert”.
Joseph Stiglitz fordert einen “entspannten” Umgang mit den gestiegenen Haushaltsdefiziten und warnt vor hastigem Sparen, FTD
Kernpunkt der Aussage ist es, dass Viele die vermögensbildenden Effekte der Schulden in Form von langfristigen Investitionen “in Bildung, Technik und Infrastruktur” sträflich vernachlässigen. Die Rufe nach Sparen und Reduzieren der Defizite seien gerade jetzt gefährlich. In der Rezession braucht ein Land höhere Defizite als das, was man als Normalniveau definieren möchte.
Um so mehr als die Risiken in dieser Angelegenheit asymmetrisch verteilt sind: Im Fall, dass man die positive Dynamik der Wirtschaftsentwicklung unterschätzt, kann man doch schneller und sicherer die Ausgaben kürzen oder die Steuern erhöhen. Sollte man die Kraft der Erholung aber unterschätzen, wird ein erneutes Abrutschen in die Rezession schwer zu verhindern sein und viel größere Schaden anrichten. Dies sei eine wichtige Lektion, die die Ökonomen aus der Weltwirtschaftskrise und aus der Erfahrung Japans in den späten 90er Jahren gelernt haben sollten.
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9. März, 2010 ·

- “Was würde eigentlich passieren, wenn Griechenland einfach sich selbst überlassen bliebe?” fragt sich Dieter Wermuth, und gibt zur Antwort: Griechenland wird’s auch alleine schaffen (Herdentrieb).
- Und ein Europäischer Währungsfonds kommt anscheinend schneller als man denkt (WirtschaftsWunder).
- Die deutsche Industrie kann die Krise nicht abschütteln (Querschüsse).
- Zur Krise des Wirtschaftsjournalismus: “Während die fünf Qualitätszeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Financial Times Deutschland (FTD), Handelsblatt (HB), Süddeutsche Zeitung (SZ) und die tageszeitung (TAZ), deren Arbeit wir analysiert haben, im Krisenverlauf Sachkompetenz und kritische Distanz aufbauen, lassen die DPA-Meldungen und die „Tagesschau-“ bzw. „Tagesthemen“-Sendungen keinen nennenswerten Qualitätszuwachs erkennen. Sie bleiben journalistisch sensationell schlecht” (Carta.info).
- Alle stöhnen “Kirse, Krise” — zur Besserung der Stimmung helfen vielleicht … singende Kinder (egghat).
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9. März, 2010 ·


Die Woche begrüßten die deutschen Börsenblogger mit freundlichen Erwartungen. Kurz- wie mittelfristig ist das Börsensentiment wieder deutlich gestiegen.
Die Schwankungen sind schon auffällig: Die Stimmung unter den Teilnehmern an unserer wöchentlichen Börsensentiment-Umfrage pendelt zwischen kräftigen Optimismus und nüchterne Ungläubigkeit. So zumindest im kurzfristigen Bereich. Die Wochenprognose ist dieses Mal äußerst positiv, die allermeisten Blogger rechnen mit steigenden Kursen. Der Wochen-Index erreicht +60 Punkte. Man setzt plötzlich wieder auf Momentum und Fortsetzung der Erholung (zum Vergleich: letzte Woche ermittelten wir einen Indexwert von -11 Punkten).
Beständiger ist die Entwicklung der mittelfristigen Erwartungen. Diese bleiben schon mehrere Wochen lang in ausgeprägt optimistischen Territorien. Die Teilnehmer sind sich offenbar sicher, dass die jüngste Korrektur einen fruchtbaren Boden für Kurssteigerungen hinterlassen hat. Sie lassen sich von den Problemen um Griechenland und sonstigen negativen Meldungen keineswegs verstören. Der 6-Monate-Sentimentindex klettert auf +50 Zähler.
Optimismus breitet sich aus. Es kann einem fast unheimlich werden…
Die Ergebnisse im Überblick:



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5. März, 2010 ·

- Kommen wir mal auf die Debatte um das vom IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard empfohlene Inflationsziel von 4 Prozent zurück. Robert von Heusinger hat diesem Vorschlag und dem gesamten Paper einen ausführlichen Artikel gewidmet. Darin wird die ganze Breite der Botschaft hervorgehoben und erläutert:
“Doch die Diskussion um etwas höhere Inflation verdeckt das Revolutionäre der 17 Seiten mit dem Titel “Wirtschaftspolitik noch mal neu denken” (Rethinking Macroeconomic Policy). Sie sind der bislang radikalste Versuch aus der Mitte der Ökonomie, das dominante Paradigma, die moderne Neoklassik, zu demontieren, ja abzulösen” (FR-Online).
- Fünf Fragen und Antworten zu Griechenland und anderen Gefahrenherden (ZEIT).
- Dass China einen wahrhaften Immobilienboom erlebt, ist sicher. Die Frage ist, ob es sich dabei nicht längst um eine Blase handelt, die dem Platzen nahe ist (NYT).
Eine Kennzahl, die sich — ganz grob — aus dem Artikel ergibt: Preis-Einkommens-Verhältnis in Schanghai 200.000 zu 5.000 = 40! Normal wäre ca. 4. Vgl. auch — Immobilienpreise: Einkommen vs. Preis (beachten Sie bitte auch die Kommentare).
- Ein etwas genauerer Blick auf die US-Inflationszahlen (Fed Atlanta/macorblog).
- Zur Lage am US-Arbeitsmarkt und der Gefahr eines Double-Dip (NYT). Hierzu auch Mark Toma (MoneyWatch/bnet).
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4. März, 2010 ·

In jeder Krise tauchen ominöse Spekulanten als Preistreiber und Pleite-Profiteure auf. Was man in der Regel vergisst (nicht erfasst?), ist, dass jede Position zwei Seiten hat: Dem Profiteur steht ein Verlierer gegenüber … ich meine noch an der Börse.
- “Es würde sich außerdem überhaupt nichts ändern, wenn der Handel in Kreditderivaten, wie vom Bund erwogen, verboten würde. Der Preis für einen neu begebenen Bond bildet sich letztlich am Markt über Angebot und Nachfrage [...] Ein Verbot ist aber auch deswegen unsinnig, weil man unmöglich einen Kapitalgeber die Form der Absicherung vorschreiben kann”. (Blick Log).
- Die “simple Logik” der Kreditabsicherung wird jedoch verzerrt, wenn die Absicherungskäufer selbst keine Papiere absichern, sondern nur zocken (Valuation in Germany).
- “Was den Vorschlag des Herrn Wanderwitz von der Unionsjugend angeht, die Griechen sollten den Deutschen ihre Inseln verpfänden, so verkneife ich mir den einzig angemessenen Kommentar und erinnere mich an eine alte Journalistenregeln: No games with names.” (Herdentrieb).
- Neues von der Länderrisiko-Front: Die berüchtigten CDS auf eine Reihe Staatsanleihen (Verlorene Generation).
- Wenn ich es richtig interpretiere, sieht auch egghat Spielraum zwischen “Werft sie raus” und “Helfen ohne Ende”: “Die Griechen haben ein sehr ineffizientes Steuersystem. Allein eine Reduzierung der Schwarzarbeit (etwa 25% des BIPs gegenüber 15% des BIPs in Deutschland) könnte die Steuereinnahmen deutlich erhöhen. Auch soll es in Griechenland offiziell nur 5.000 Einwohner geben, die mehr als 100.000 Euro im Jahr verdienen [...] Das ist natürlich lächerlich und zeigt nur, wie verbreitet die Steuerhinterziehung ist. Daher ist die Forderung, den Griechen statt Geld lieber eine vernünftige Steuerverwaltung zu schenken, gar nicht so dumm”. (egghat).
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Griechische Euromünze
© EZB, Medienarchiv Wikimedia Commons
Ist zwar von gestern noch, aber auf die harschen Worte von Hans-Werner Sinn müsste ich nochmal hinweisen. Der Chef des Münchner Ifo-Instituts empfiehlt den Griechen ganz direkt den Austritt aus der Eurozone und die Wiedereinführung der eigenen Währung (Drachme).
Für ihn, so scheint es, wäre dies die einzig gangbare Alternative, möchte die EU den Griechen nicht ständig frisches Geld überweisen. Die hellenischen Defizite und fragile Finanzlage würden den Euro dauerhaft destabilisieren.
Normalerweise — das ist korrekt — wird ein Land in ähnlicher Situation die eigene Währung abwerten bzw. es wird dazu durch das Misstrauen der Finanzmärkte und durch “Gelddrucken” (sprich: weitere Schuldenaufnahme) kommen. Beides führt — in den meisten Fällen — zu Inflation, d.h. zu realer Abwertung, aber nominellen Preissteigerungen.
Innerhalb der Eurozone ist ein solches Vorgehen nicht direkt möglich. Der ökonomischen Logik nach sollte in Griechenland nach wie vor ein Abwertungsprozess stattfinden: Mit dem Euro als Landeswährung aber wird die reale Abwertung notgedrungen über nominelle Anpassungen geschehen müssen. Mit einem Wort: Deflation (und zwar sowohl bei den Löhnen als auch bei den Preisen). Dies ist in der Regel noch schmerzlicher als das Inflationsszenario.
Soweit alles bekannt und wohl auch nachvollziehbar. Sehr strittig bleibt die Frage, wie sich der Austritt eines Landes aus der Währungsunion auf die Stabilität des Euro auswirken wird. Mit seinen Worten hat Herr Sinn bereits selbst substanziell zu einer solchen “Destabilisierung” beigetragen. Auf jeden Fall ist die rein objektive Bedeutung von Griechenland nicht derart groß, dass sie Euro-Kursschwankungen von – sagen wir – 20% rechtfertigen würde. Aber so sind die Währungskurse auch nie zu rechtfertigen. Trends, Psychologie und etliche andere nicht direkt mit der objektiven Sachlage verbundenen Faktoren üben einen viel stärkeren Einfluss. Statt zu stabilisieren kann sich der Austritt als wahnsinnig destabilisierend erweisen. Kann dies überhaupt als Argument angeführt und gehalten werden?
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Photo credit: razvandm from morguefile.com
Ich will jetzt nicht wie ein FDP-Politiker klingen, aber bei den griechischen Pleite-Schlagzeilen habe auch mal an Inselverkauf gedacht. Allerdings eher mit dem Hintergrund zu verdeutlichen, dass ein Staat normalerweise — und in diesem Fall sehr bildhaft — viele Vermögenswerte besitzt, die über die Zahlen eines Budgets hinausgehen.
Übrigens, Griechenland soll laut Wikipedia “mehr als 3.000 Inseln haben, von denen jedoch nur 78 mehr als 100 Einwohner” zählen (Encyclopædia Britannica spricht von mehr als 2.000 Inseln, andere Quellen geben mitunter mehr als 6.000 Inseln an). Die meisten sind auf jeden Fall klein und unbewohnt … und von Milliardären begehrt…
Aber vielleicht wird es dazu erst gar nicht kommen müssen, denn Neuemissionen griechischer Anleihen scheinen ganz gut gefragt zu sein:
Die hellenische Staatsanleihe wird gut nachgefragt: Bereits in der ersten Stunde nach Öffnung der Bücher war die 5-Mrd.-Euro-Emission überzeichnet. Nach Angaben der Schuldenagentur gingen Gebote für insgesamt 7 Mrd. Euro ein. Das Papier werde einen Risikoaufschlag von 3,1 Prozentpunkten über Swapmitte haben, hieß es am Donnerstag aus Bankkreisen. Das entspricht einer Rendite von rund 6,47 Prozent.
FTD.de, Ouzo-Anleihe findet reißenden Absatz
Nun ja, 6,5% sind nicht gerade wenig, aber Nachfrage ist — bei all der Verunsicherung — immer noch da.
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10. März, 2010
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10. März, 2010
Endlich Bewegung am deutschen IPO-Markt: Der größte Börsengang seit mehr als zweit Jahren steht fest. Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland will im März ca. 800 Mio. Euro Kapital einnehmen. Die Zeichnungsfrist ...
9. März, 2010
"Die Kurzsichtigkeit der Banken hat die Krise mitverursacht, wir dürfen nicht zulassen, dass die Kurzsichtigkeit der Regierung - angestiftet von den Banken - sie nun verlängert".
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9. März, 2010
"Was würde eigentlich passieren, wenn Griechenland einfach sich selbst überlassen bliebe?" fragt sich Dieter Wermuth, und gibt zur Antwort: Griechenland wird's auch alleine schaffen (Herdentrieb).
Und ein Europäischer Währungsfonds kommt ...
24. Februar, 2010
"Als ich – es ist inzwischen lange her – an die Universität kam, war gerade die so genannte Entstofflichungsthese populär. Elmar Altvater und andere argumentierten, die Finanzwelt habe sich ganz ...
19. Februar, 2010
Budget-Defizit: Die US-Regierung hat 1,71 Dollar für jeden Dollar Einnahmen ausgegeben.
Das ergibt sich aus den letzten veröffentlichten Zahlen zum Steueraufkommen und Staatsausgaben in den USA. Die bedrohlich ausssehnde Grafik kann ...
18. Februar, 2010
"The crux of his analysis is that governments have no option but to stimulate
aggressively all the while the private sector is de-leveraging. ANY attempt at fiscal cuts simply results in ...